Geschichte & Geschichten
Dorfchronik
Über 575 Jahre Dreisel – von der ersten Erwähnung 1447 bis heute.
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Über diese Chronik
Grundlage ist die persönliche Dorfchronik des Heimatforschers Joachim Gauchel, die er der Dorfgemeinschaft überlassen hat. Sie hält die Geschichte von Dreisel fest und gibt Einblicke in das Leben im Dorf – von der Brücke über die Kapelle bis zu den Streichen der Dorfkinder.
Viele Dreiselerinnen und Dreiseler haben mit Erinnerungen, Fotos und Geschichten beigetragen. Darum verstehen wir die Chronik als gemeinsames Werk – und freuen uns über Ergänzungen und Hinweise auf Fehler.
Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Dreisel: Achim Mantschef, Didi Schraven, Sven Amelsberg und Dieter Zerbin. Die gedruckte Ausgabe ist vergriffen – hier lebt die Chronik weiter.

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Die Chronik ist ein gemeinsames Werk – und sie ist nie ganz fertig. Hast Du alte Fotos, Zeitungsausschnitte oder eine Geschichte aus Dreisel? Oder ist Dir ein Fehler aufgefallen? Wir freuen uns über jeden Beitrag.
- Alte Fotos & DokumenteBilder, Zeitungsartikel, Briefe
- Geschichten & AnekdotenErlebtes und Überliefertes
- Ergänzungen & KorrekturenNamen, Jahreszahlen, Details

„Ja, ich liebe dieses abseits gelegene und überschaubare Dorf im Tal, mitten an der Sieg, fast eine Enklave links vom Fluss, und die stille herrliche und bergige Landschaft mit ihrem Wasser, mit Wald und Wild. Zum Glück ist da nichts los!“
Mit diesen Worten beginnt Joachim Gauchel seine persönliche Dorfchronik.
Dreisel im Zeitraffer
Jahreszahl anklicken – oder mit den Pfeilen durch die Geschichte blättern.

1447
Menschen & Vereine
Dreisel wird erstmals erwähnt
In einer Urkunde taucht der Name Dreisel zum ersten Mal auf – der Beginn der schriftlichen Dorfgeschichte.

1863
Menschen & Vereine
342 Einwohner
Die erste überlieferte Einwohnerzahl: 342 Menschen leben in Dreisel.

1879
Kapelle & Schule
Eine eigene Schule
Dreisel bekommt eine einklassige katholische Volksschule mit Lehrerwohnung. Unterrichtet wird bis mindestens 1969.

1892
Ort & Natur
Die erste Steinbrücke
Über die Sieg wird eine Steinbrücke gebaut – sie ähnelt schon der heutigen Brücke.

1909
Kapelle & Schule
Die alte Holzkapelle verschwindet
Die hölzerne Kapelle wird abgerissen. Es dauert über 20 Jahre bis zum Neubau.

1935
Kapelle & Schule
Weihe der neuen Kapelle
Am 14. Juli 1935 weiht Dechant Menghius die Kapelle „Zum Heiligen Bruder Konrad“. Gebaut wurde seit 1933.

1945
Ort & Natur
Die Brücke wird zerstört
Am Ende des Krieges wird die Siegbrücke zerstört. Ein hölzernes Provisorium hält die Verbindung bis 1953.

1953
Ort & Natur
Die neue Siegbrücke
Die wiederaufgebaute Brücke wird offiziell eingeweiht.

1962
Leben & Arbeit
Dorf im Wandel
557 Einwohner. Bis in die 1960er gibt es noch mindestens sieben Lebensmittelläden, Schmied und Schuster im Ort.

1973
Kapelle & Schule
Die Kapelle wächst
Im Mai beginnt der Anbau der Sakristei an die Kapelle.

1984
Menschen & Vereine
Der Dorfbrunnen
Der Dorfbrunnen entsteht – bis heute Treffpunkt, etwa beim Weihnachtssingen.

2010
Menschen & Vereine
679 Einwohner
So viele Menschen wie nie zuvor: Dreisel zählt zu den größeren Orten in Windeck.
Dreisel wächst
Die Einwohnerzahl hat sich in knapp 150 Jahren fast verdoppelt.
Die Chronik in elf Kapiteln
Von den ersten Siedlern bis zu den Vereinen – einfach ein Kapitel anklicken.
Kapitel 1Dreisel und die DreiselerEin raues Völkchen, der Boxer „De Aap“, Seefchen Busch und andere Geschichten.Lesen →
Kapitel 2Dreisel – seit Urzeiten besiedeltEine Tiergravur aus der Altsteinzeit und blaue Steine aus der Sieg.Lesen →
Kapitel 3Dreiseler FlurnamenWas die alten Namen von Wiesen, Feldern und Wäldern verraten.Lesen →
Kapitel 4Fluss und BrückeSteinbrücke 1892, zerstört 1945, neu eingeweiht 1953.Lesen →
Kapitel 5Die Dreiseler Kapelle1933 begonnen, 1935 geweiht: die Kapelle „Zum Heiligen Bruder Konrad“.Lesen →
Kapitel 6Die Dreiseler Schule1879 als einklassige Volksschule gegründet.Lesen →
Kapitel 7Arbeiten in Landwirtschaft und IndustrieLange Arbeitswege, Kühe im Stall und Geschichten von den Höfen.Lesen →
Kapitel 8Handel, Handwerk und GewerbeEinst sieben Lebensmittelläden, Schmied und Schuster im Dorf.Lesen →
Kapitel 9Kindheit in DreiselStreiche, Rodeln im Winter und Erinnerungen an die 1950er Jahre.Lesen →
Kapitel 10Eine Eigenart: Vornamen wurden zu FamiliennamenWarum man „Emilien Jupp“ oder „Karlinchens Willi“ hieß.Lesen →
Kapitel 11Die VereineAcht Vereine – von der Dorfgemeinschaft bis zum Wasserwerksverein.Lesen →
Die Vereine im Dorf – direkt zur Vereinsgeschichte springen
Wussten Sie schon?
Kurioses und Schmunzelgeschichten aus der Chronik.
Dreiseler Namen
Emilien Jupp und Karlinchens Willi
Im Dorf hieß man oft nach Mutter oder Vater: Josef Gauchel, der fahrende Händler, war „Emilien Jupp“ – nach seiner Mutter Emilie. Und Willi Gerhards war „Karlinchens Willi“.
Aus dem Kapitel: Vornamen wurden zu Familiennamen
Wasser
Barfuß durch den Schnee
Heinrich Gerhards soll jeden Tag barfuß durch den Schnee gelaufen sein – um sich eine Flasche frisches Brunnenwasser zu holen.
Aus dem Kapitel: Wasserwerksverein
Wasser
50 Pfennig im Monat
So viel zahlte anfangs jeder Haushalt für sein Wasser. Später wurden es 1 Mark – für Landwirte 3 Mark. Nach dem trockenen Sommer 1967 kam Chlor ins Wasser, und es schmeckte scheußlich.
Aus dem Kapitel: Wasserwerksverein
Ferienkind
Zehn Pfund in drei Wochen
1937 verbrachte Hermann aus Recklinghausen die Ferien in Dreisel. Anfangs verstand er kein Wort Platt und wollte nach Hause. Drei Wochen später: zehn Pfund schwerer – und er sprach fließend Dreiseler Dialekt.
Aus dem Kapitel: Kindheit in Dreisel
Streiche
„Jooosef!“
Die Dorfjungen brummten in ein Abflussrohr an der Straße – und im ganzen Haus der Familie Freihuber dröhnte es. Frau Freihuber rief nur „Jooosef!“, der Sohn rannte los, erwischte aber niemanden.
Aus dem Kapitel: Kindheit in Dreisel
Strom
Das 141. Mitglied
Die Leitungen im Dorf hielten die Dreiseler selbst instand – in Wochenend-Einsätzen der Elektrizitätsgenossenschaft. Am 2. Mai 1947 trat eine Witwe als 141. Mitglied bei, vermerkt auf der Rückseite einer Postkarte.
Aus dem Kapitel: Elektrizitätsgenossenschaft
Haben Sie alte Fotos oder Geschichten?
Die Chronik lebt von Erinnerungen. Wir freuen uns über Ergänzungen, alte Bilder und Anekdoten.
In Erinnerung
Danke, Dieter Zerbin
Dieter Zerbin hat die Dorfchronik mit großem Engagement, Herzblut und Verlässlichkeit zusammengetragen – Geschichte für Geschichte, Foto für Foto. Ohne ihn gäbe es diese Chronik in ihrer heutigen Form nicht.
Dieter ist leider verstorben. Wir führen die Chronik in seiner Erinnerung fort.
Ein herzliches Dankeschön
An alle Dreiselerinnen und Dreiseler: Ohne Euer Interesse, Eure Geschichten und Fotos wäre die Chronik nicht entstanden. Es ist Euer Werk. Besonders danken wir:
Joachim Gauchel
für seine persönliche Dorfchronik, die Grundlage dieses Werks
Bruno Althoff
für Vorarbeiten, eine Vorlage zum Aufbau und viele gesammelte Fakten
Sylvia Schmidt
für Informationen und Fotos aus ihrer Pressearbeit
Willy Schröder
für Material zur Entstehung der Kapelle
Georg Meißner
für Informationen und Geschichten zur Dreiseler Schule
Helmut Salz
für die Mundart-Geschichten aus „Dattefälder Platt“
Becker Media
für die Hilfe bei der gedruckten Ausgabe
Dieter Vollmer
für das Titelfoto „Blick von Saal“
Das Chronik-Team
Achim Mantschef, Didi Schraven, Sven Amelsberg und Dieter Zerbin

