Geschichte & Geschichten

Dorfchronik

Über 575 Jahre Dreisel – von der ersten Erwähnung 1447 bis heute.

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Die Dreiseler Kapelle aus Bruchstein mit rotem Ziegeldach und Dachreiter

Über diese Chronik

Grundlage ist die persönliche Dorfchronik des Heimatforschers Joachim Gauchel, die er der Dorfgemeinschaft überlassen hat. Sie hält die Geschichte von Dreisel fest und gibt Einblicke in das Leben im Dorf – von der Brücke über die Kapelle bis zu den Streichen der Dorfkinder.

Viele Dreiselerinnen und Dreiseler haben mit Erinnerungen, Fotos und Geschichten beigetragen. Darum verstehen wir die Chronik als gemeinsames Werk – und freuen uns über Ergänzungen und Hinweise auf Fehler.

Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Dreisel: Achim Mantschef, Didi Schraven, Sven Amelsberg und Dieter Zerbin. Die gedruckte Ausgabe ist vergriffen – hier lebt die Chronik weiter.

Titelblatt der gedruckten Dorfchronik Dreisel mit Kapelle, Sieg und Blick auf das Dorf
Titelblatt der gedruckten Chronik · Foto: Dieter Vollmer, Blick von Saal

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Die Chronik ist ein gemeinsames Werk – und sie ist nie ganz fertig. Hast Du alte Fotos, Zeitungsausschnitte oder eine Geschichte aus Dreisel? Oder ist Dir ein Fehler aufgefallen? Wir freuen uns über jeden Beitrag.

  • Alte Fotos & DokumenteBilder, Zeitungsartikel, Briefe
  • Geschichten & AnekdotenErlebtes und Überliefertes
  • Ergänzungen & KorrekturenNamen, Jahreszahlen, Details
Blick von Saal auf Dreisel im Siegtal, im Hintergrund die Burgruine Windeck
Foto: Dieter Vollmer; Blick von Saal, im Hintergrund Burgruine Windeck

„Ja, ich liebe dieses abseits gelegene und überschaubare Dorf im Tal, mitten an der Sieg, fast eine Enklave links vom Fluss, und die stille herrliche und bergige Landschaft mit ihrem Wasser, mit Wald und Wild. Zum Glück ist da nichts los!“

Mit diesen Worten beginnt Joachim Gauchel seine persönliche Dorfchronik.

Dreisel im Zeitraffer

Jahreszahl anklicken – oder mit den Pfeilen durch die Geschichte blättern.

Blick auf Dreisel (1965)
Blick auf Dreisel (1965)

1447

Menschen & Vereine

Dreisel wird erstmals erwähnt

In einer Urkunde taucht der Name Dreisel zum ersten Mal auf – der Beginn der schriftlichen Dorfgeschichte.

Weiterlesen: Dreisel und die Dreiseler →

„Kettenroth“ und „Im Damm“ (1965)
„Kettenroth“ und „Im Damm“ (1965)

1863

Menschen & Vereine

342 Einwohner

Die erste überlieferte Einwohnerzahl: 342 Menschen leben in Dreisel.

Weiterlesen: Dreisel und die Dreiseler →

Klassenfoto aus dem Jahre 1919
Klassenfoto aus dem Jahre 1919

1879

Kapelle & Schule

Eine eigene Schule

Dreisel bekommt eine einklassige katholische Volksschule mit Lehrerwohnung. Unterrichtet wird bis mindestens 1969.

Weiterlesen: Die Dreiseler Schule →

Die Dreiseler Brücke um 1900
Die Dreiseler Brücke um 1900

1892

Ort & Natur

Die erste Steinbrücke

Über die Sieg wird eine Steinbrücke gebaut – sie ähnelt schon der heutigen Brücke.

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Die Gedenktafel an der St.-Bruder-Konrad-Kapelle
Die Gedenktafel an der St.-Bruder-Konrad-Kapelle

1909

Kapelle & Schule

Die alte Holzkapelle verschwindet

Die hölzerne Kapelle wird abgerissen. Es dauert über 20 Jahre bis zum Neubau.

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Richtfest der Kapelle
Richtfest der Kapelle

1935

Kapelle & Schule

Weihe der neuen Kapelle

Am 14. Juli 1935 weiht Dechant Menghius die Kapelle „Zum Heiligen Bruder Konrad“. Gebaut wurde seit 1933.

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Hölzerne Siegbrücke nach dem 2. Weltkrieg
Hölzerne Siegbrücke nach dem 2. Weltkrieg

1945

Ort & Natur

Die Brücke wird zerstört

Am Ende des Krieges wird die Siegbrücke zerstört. Ein hölzernes Provisorium hält die Verbindung bis 1953.

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Einweihung der neuen Brücke 1953
Einweihung der neuen Brücke 1953

1953

Ort & Natur

Die neue Siegbrücke

Die wiederaufgebaute Brücke wird offiziell eingeweiht.

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Schuster Peter Weber
Schuster Peter Weber

1962

Leben & Arbeit

Dorf im Wandel

557 Einwohner. Bis in die 1960er gibt es noch mindestens sieben Lebensmittelläden, Schmied und Schuster im Ort.

Weiterlesen: Handel, Handwerk & Gewerbe →

Die Kapelle heute
Die Kapelle heute

1973

Kapelle & Schule

Die Kapelle wächst

Im Mai beginnt der Anbau der Sakristei an die Kapelle.

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Der Dorfbrunnen
Der Dorfbrunnen

1984

Menschen & Vereine

Der Dorfbrunnen

Der Dorfbrunnen entsteht – bis heute Treffpunkt, etwa beim Weihnachtssingen.

Weiterlesen: Der Dorfbrunnen (PDF) →

Der kleine Park am Beuelsbach
Der kleine Park am Beuelsbach

2010

Menschen & Vereine

679 Einwohner

So viele Menschen wie nie zuvor: Dreisel zählt zu den größeren Orten in Windeck.

Weiterlesen: Dreisel und die Dreiseler →

Dreisel wächst

Die Einwohnerzahl hat sich in knapp 150 Jahren fast verdoppelt.

Einwohner von Dreisel: 1863 342, 1962 557, 1976 635, 2010 679, 2019 677020040060080018631962197620102019342557635679677

Die Chronik in elf Kapiteln

Von den ersten Siedlern bis zu den Vereinen – einfach ein Kapitel anklicken.

  1. Kapitel 1Dreisel und die DreiselerEin raues Völkchen, der Boxer „De Aap“, Seefchen Busch und andere Geschichten.Lesen →
  2. Kapitel 2Dreisel – seit Urzeiten besiedeltEine Tiergravur aus der Altsteinzeit und blaue Steine aus der Sieg.Lesen →
  3. Kapitel 3Dreiseler FlurnamenWas die alten Namen von Wiesen, Feldern und Wäldern verraten.Lesen →
  4. Kapitel 4Fluss und BrückeSteinbrücke 1892, zerstört 1945, neu eingeweiht 1953.Lesen →
  5. Kapitel 5Die Dreiseler Kapelle1933 begonnen, 1935 geweiht: die Kapelle „Zum Heiligen Bruder Konrad“.Lesen →
  6. Kapitel 6Die Dreiseler Schule1879 als einklassige Volksschule gegründet.Lesen →
  7. Kapitel 7Arbeiten in Landwirtschaft und IndustrieLange Arbeitswege, Kühe im Stall und Geschichten von den Höfen.Lesen →
  8. Kapitel 8Handel, Handwerk und GewerbeEinst sieben Lebensmittelläden, Schmied und Schuster im Dorf.Lesen →
  9. Kapitel 9Kindheit in DreiselStreiche, Rodeln im Winter und Erinnerungen an die 1950er Jahre.Lesen →
  10. Kapitel 10Eine Eigenart: Vornamen wurden zu FamiliennamenWarum man „Emilien Jupp“ oder „Karlinchens Willi“ hieß.Lesen →
  11. Kapitel 11Die VereineAcht Vereine – von der Dorfgemeinschaft bis zum Wasserwerksverein.Lesen →

Wussten Sie schon?

Kurioses und Schmunzelgeschichten aus der Chronik.

Dreiseler Namen

Emilien Jupp und Karlinchens Willi

Im Dorf hieß man oft nach Mutter oder Vater: Josef Gauchel, der fahrende Händler, war „Emilien Jupp“ – nach seiner Mutter Emilie. Und Willi Gerhards war „Karlinchens Willi“.

Aus dem Kapitel: Vornamen wurden zu Familiennamen

Wasser

Barfuß durch den Schnee

Heinrich Gerhards soll jeden Tag barfuß durch den Schnee gelaufen sein – um sich eine Flasche frisches Brunnenwasser zu holen.

Aus dem Kapitel: Wasserwerksverein

Wasser

50 Pfennig im Monat

So viel zahlte anfangs jeder Haushalt für sein Wasser. Später wurden es 1 Mark – für Landwirte 3 Mark. Nach dem trockenen Sommer 1967 kam Chlor ins Wasser, und es schmeckte scheußlich.

Aus dem Kapitel: Wasserwerksverein

Ferienkind

Zehn Pfund in drei Wochen

1937 verbrachte Hermann aus Recklinghausen die Ferien in Dreisel. Anfangs verstand er kein Wort Platt und wollte nach Hause. Drei Wochen später: zehn Pfund schwerer – und er sprach fließend Dreiseler Dialekt.

Aus dem Kapitel: Kindheit in Dreisel

Streiche

„Jooosef!“

Die Dorfjungen brummten in ein Abflussrohr an der Straße – und im ganzen Haus der Familie Freihuber dröhnte es. Frau Freihuber rief nur „Jooosef!“, der Sohn rannte los, erwischte aber niemanden.

Aus dem Kapitel: Kindheit in Dreisel

Strom

Das 141. Mitglied

Die Leitungen im Dorf hielten die Dreiseler selbst instand – in Wochenend-Einsätzen der Elektrizitätsgenossenschaft. Am 2. Mai 1947 trat eine Witwe als 141. Mitglied bei, vermerkt auf der Rückseite einer Postkarte.

Aus dem Kapitel: Elektrizitätsgenossenschaft

Zum Nachlesen

Anekdoten und Geschichten
Dattefälder Platt · PDF

Haben Sie alte Fotos oder Geschichten?

Die Chronik lebt von Erinnerungen. Wir freuen uns über Ergänzungen, alte Bilder und Anekdoten.

In Erinnerung

Danke, Dieter Zerbin

Dieter Zerbin hat die Dorfchronik mit großem Engagement, Herzblut und Verlässlichkeit zusammengetragen – Geschichte für Geschichte, Foto für Foto. Ohne ihn gäbe es diese Chronik in ihrer heutigen Form nicht.

Dieter ist leider verstorben. Wir führen die Chronik in seiner Erinnerung fort.

Ein herzliches Dankeschön

An alle Dreiselerinnen und Dreiseler: Ohne Euer Interesse, Eure Geschichten und Fotos wäre die Chronik nicht entstanden. Es ist Euer Werk. Besonders danken wir:

Joachim Gauchel

für seine persönliche Dorfchronik, die Grundlage dieses Werks

Bruno Althoff

für Vorarbeiten, eine Vorlage zum Aufbau und viele gesammelte Fakten

Sylvia Schmidt

für Informationen und Fotos aus ihrer Pressearbeit

Willy Schröder

für Material zur Entstehung der Kapelle

Georg Meißner

für Informationen und Geschichten zur Dreiseler Schule

Helmut Salz

für die Mundart-Geschichten aus „Dattefälder Platt“

Becker Media

für die Hilfe bei der gedruckten Ausgabe

Dieter Vollmer

für das Titelfoto „Blick von Saal“

Das Chronik-Team

Achim Mantschef, Didi Schraven, Sven Amelsberg und Dieter Zerbin